Die Strasse ist voll mit Leuten. Die einen schreien Verwünschungen aus die anderen werfen mit Steinen. Es ist ein heisser sonniger Tag. Dan hören die Leute Schritte die näher kommen. Dann wird die erste Armee römischer Soldaten sichtbar. Nach einer kurzen Zeit folg noch eine Zweite. Bei einigen steht Unbehagen ins Gesicht geschrieben und man merkt dass sie jetzt gerne anderswo wären. Trotzdem sind die Verwünschungen und die Steine nicht auf sie gerichtet. Sie gelten dem Mann der in der Mitte der beiden Armeen läuft, wenn man es nicht schon fast als kriechen bezeichnen will. Auf seiner Wange ist getrocknetes Blut zu sehen. Auf dem Kopf trägt er eine Krone aus Dornen. Seine beiden Hände umklammern ein Kreuz aus Holz dass er mühevoll hinter sich herzieht. Die Steine unter den Füssen rollen immer wieder weg was das laufen noch erschwert. Jeder weiss dass es sein letzter Gang sein wird. Dennoch macht er nicht den Eindruck eines besiegten Mannes eher der eines Mannes der sich seinem Schicksal beugt. Sosehr die Soldaten ihn auch antreiben und quälen ist auf seinem Gesicht keine Spur von Wut oder Hass zu sehen. Im Gegenteil, manchmal lächelt er sogar. Er kann bereits ihr Ziel, Golgatha, sehen. Plötzlich Stellt sich ein Soldat ihm in den Weg. Der kriechende Mann hebt langsam seinen Kopf. Dan sieht er in zwei haselnussbraune Augen. In weiter Ferne ist ein Donnergrollen zu hören. „Magst du etwas Wasser?“ fragt der Soldat. „Ja, ich bitte darum,“ sagt der Kriechende. Der Soldat nimmt einen Krug Wasser woraus er zuerst einen grossen Schluck nimmt und dann den Rest vor den kriechenden auf den Boden leert. „Oh, wie ungeschickt aber auch von mir, ich erflehe eure Verzeihung:“ Dann begann der Soldat zu lachen er lachte bis ihm Tränen kamen. Dann beugte er sich zu dem Mann mit dem Kreuz runter und sah ihm tief in die Augen. „Hör gut zu alter Freund,“ sagte er „wenn du im Himmel bist sage deinem Herr Papa einen lieben Gruss von Lefüt. Plötzlich begannen sich seine Augen zu verändern und wurden für den Bruchteil einer Sekunde Stechend blau. So blau dass es wehtat und der kriechende Kreuzträger seine Augen schliessen musste. Als er sie öffnete sah er wieder in die haselnussbraunen Augen des Soldaten. Dann kam ihm der richtige Namen des Soldaten in den Sinn. Sein Herz wurde schwer und er kroch weiter der Erlösung entgegen. Doch ob es wirklich eine Erlösung sein wird wusste er nicht. Nicht mehr. Nach dem Tag gingen alle nach hause. Am nächsten Tag war das Kreuz verschwunden. Das Kloster Bruder Benedict lief zu seinem Kammer. Es war ein langer Weg den das Kloster in dem er arbeitete und wohnte war eines der grössten in der Gegend. Am meisten zu schaffen machten ihm die hohen und langen Treppen. Er hatte gerade erfahren dass heute ein neuer Bruder zu ihnen stossen würde und dass er ihn empfangen durfte. Als er seine Kammer endlich ereicht hatte war der Neue bereits darin. Er stand dort und sah sich alte Wandmalereien an. Benedict ging rein und der Neue drehte sich um. „ Guten Tag mein Name ist Benedict und ich heisse sie herzlich willkommen bei uns“ Er sah sich den Neuen zuerst einen Augenblick lang an ehe er zu reden begann. Was ihm besonders auffiel waren seine stechend blauen Augen. „ Guten Tag ebenfalls,“ sagte der andere „mein Name ist Lefüt, jetzt wohl Bruder Lefüt.“ Lefüt sah Benedict kurz an. Dann sah er sich in der Kammer um. Gleich neben ihnen stand ein kleiner Tisch auf dem eine Bibel lag. An den Wänden waren Bilder angebracht auf denen der Aufbau des Kloster zu sehen war. An der hinteren Wand war ein Gestell angebracht. Darauf lagen einige Bücher in Regalunterteilungen eine art Schmuckkästchen und ein hölzernes Kruzifix. An der Wand neben dem Gestell hing ein etwas grösseres Kruzifix aus Gold mit einer kleinen Jesusfigur darauf. „Hallo alter Kumpel. Weisst du noch auf Golgatha, ist schon ne Weile her wie?’“ dachte Lefüt. Lefüt war für einen Augenblick so in Gedanken versunken, dass er gar nicht merkte ,dass Bruder Benedict aufgestanden und zur Tür getreten war. „Also mein Bruder, dann zeige ich ihnen jetzt ihr neues Schlafgemach“. Der Tag verlief ohne weitere Zwischenfälle. Nach dem Essen und dem Abendgebet gingen alle in ihre Gemächer. Lefüt lag auf seinem Bett und dachte: „Bald seid ihr mein liebe Brüder ihr seid mein und dass noch bevor ihr es denkt.“ Dann schlief er ein mit einem Lächeln auf dem Munde. Als er am nächsten Morgen aufwachte sah er als erstes aus dem Fenster um sich die Umgebung ein bisschen zu betrachten. Er sah einen kleinen Hügel mit einem kleinen Baum darauf, was ihm laut seiner Umgebungskunde des Vortages sagte, dass sein Zimmer auf der Ostseite des Klosters lag. Nach dem Morgengebet und dem Frühstück suchte Lefüt Bruder Benedict in seiner Kammer auf. Benedict sah Lefüt an wobei ihm auch jetzt dieses stechende blau in seinen Augen nicht entging. „Ihr seid mit einer Bitte zu mir gekommen Bruder Lefüt?“ „Gewiss, ich würde gerne in der Küche arbeiten wenn da noch jemand gebraucht wird.“ Benedict schaute ihn einen Moment ungläubig an. Dann fragte er: „können sie denn überhaupt kochen Bruder Lefüt? Es ist nämlich nicht so einfach wie es aussieht.“ „Klar kann ich kochen sonst würde ich ja nicht fragen. Wissen sie, Bruder Benedict, die Kunst des Kochens hat mich schon immer fasziniert!“ sagte Lefüt etwas laut. Benedict wich erschrocken zurück. „Ist ja gut ich habe verstanden. Ich werde schauen was sich machen lässt.“ sagte er. Der Koch 2 Tage später hatte er die Stelle in der Küche angenommen. Zuerst machte er ein Rundgang mit Benedict. Als dieser die Tür zur Küche öffnete sah man als erstes fünf lange Tische die hintereinander standen. An der hinteren Wand waren drei grosse Backöfen. Rechts an der Wand hingen Messer Löffel und Gabeln sowie grosse Schöpfbestecke. auf dem Trog darunter standen Teller und Pfannen. Auch in der Küche waren Bilder auf denen aber bloss ein Paar Mönche abgebildet waren. „Die Leute auf diesen Bildern sind alles ehemalige Köche von uns wenn du dich anstrengst kommst du auch auf ein Bild in der Küche und wirst unvergesslich.“ „OH,“ dachte Lefüt „ich komme bestimmt nicht an die Wand aber auch ich werde unvergesslich für euch.“ Er schaute sich noch einmal um und fragte dann: „ Und wann kann ich anfangen?“ Benedict drehte sich zu ihm um und meinte „Du wirst Abend unser Abendmahl kochen und servieren.“ Der Morgen verlief ohne Zwischenfälle. Am späteren Nachmittag stand Lefüt schon allein in der Küche und bereitete die Zutaten vor. Benedict sagte er solle zur Vorspeise eine Gemüsesuppe machen. Zum Hauptgang sollte er einen Brot- und Fleischeintopf machen. Lefüt setzte das Wasser für die Suppe auf und begann dann das Gemüse zu schneiden. Als das Wasser genug heiss war gab er das Gemüse hinein. Danach begann er mit dem Eintopf .Als selbiger dann auch endlich fertig war rief er die Mönche zum Essen. Erst als sie alle am Tisch sassen begann er mit dem Austeilen der Speisen. Jeder der Mönche bekam seine Portion. Als er Benedict seine Portion brachte blieb er kurz neben ihm stehen, sah ihn an und dachte sich: „Der Tod wird kommen, Benedict aber noch nicht für dich“. Man könnte denken Benedict könne Gedanken lesen den er zuckte just in diesem Augenblick kurz zusammen. Vielleicht war ihm die Suppe aber auch nur zu heiss. Lefüt entfernte sich wieder mit einem Lächeln auf dem Munde. Nach dem Essen fragten viele Mönche nach einer zweiten Portion. Es war ein vorzügliches Mahl. Doch dann kam Bruder Benedict der sie an das Nachtgebet erinnerte. Die Mönche gingen mit, wenn auch die einen ein bisschen mürrisch, da sie gerne noch mehr von dem Eintopf gehabt hätten. Die Auserwählung Die Mönche sassen in ihrer Gebetskappelle in einem geschlossenen Kreis. An der einen Wand hing ein Bild des gekreuzigten wie er die Hände nach vorne streckte. An jedem Abend sass ein anderer Mönch darunter. An diesem Abend war Bruder Klaus mit der Ehre an der Reihe. Alle Mönche waren so sehr in ihr Gebet vertieft, dass sie nichts um sich herum wahrnahmen. Auch nicht als sich die Augen des bildlichen Kreuzträgers kurz rot färbten. Nach der Zeremonie ging jeder Mönch wieder in seine Kammer. AN diesem Abend lag Lefüt auf seinem Bett und dachte sich: „Tja Bruder Klaus, jetzt musst du stark sein, denn wenn du schwach bist ist das schlecht für mich aber noch schlechter für dich“. An diesem Abend schlief Lefüt ruhig und gelassen ein. Am nächsten Morgen hatte Lefüt das gute Gefühl dass heute etwas schief gehen würde. Er ging in die Küche um das Frühstück vorzubereiten. Als es soweit war rief er die Mönche. Als diese mit dem Essen fertig waren wollte Benedict sie zum gebet mitnehmen. Alle standen auf bis auf Bruder Klaus, der blieb sitzen. Er wollte lieber noch essen und später beten. „Bruder Klaus, kommst du bitte“, sagte Benedict. Bruder Klaus stand langsam auf schaute Benedict in die Augen und sagte dann: „Nein wir haben genug lange nach deiner Pfeife getanzt. Jetzt wird es zeit dass sich hier einiges ändert“. Bruder Benedict schaute zuerst ein bisschen schockiert dein Gesichtsausdruck wurde aber schnell wieder ruhig und gelassen. Er lief zu Bruder Klaus hin und legte ihm zwei Finger auf die Stirn. Dann sah er ihm tief in die Augen und murmelte etwas vor sich hin dass keiner der Mönche verstand. Plötzlich schrak Klaus zurück. Er sah sich um und meinte verwirt: „Gehen wir Beten. Beten wir um unser Leben:“ An diesem Abend sass Bruder Johannes unter dem Bild mit dem Manne dessen kreuzigende Zukunft schon lange vorbei war. Auch heute wurden sie rot. Der Tod wird kommen... Irgendwann in dieser Nacht erwachte Bruder Klaus aus seinem Schlaf. Er blieb eine Weile liegen bis er ein gewisses Bedürfnis verspürte. Er stand langsam auf und schleppte sich noch halb im Schlaf durch die Gänge des Klosters. Plötzlich blieb er Stehen. Er sah sich um und merkte erst jetzt das er in der Küche des Klosters stand. „ Ich wollte doch eigentlich ganz woanders hin,“ dachte er sich „ was mache ich den jetzt hier.“ Auf einmall hört er ein Geräusch das vom Gang draussen kommt. Es war jedoch zu leise um genau sagen zu können was es war. Er ging in den Gang raus und lief dessen ein Stück entlang. Dann war das Geräusch wieder zu hören, doch dieses mal hörte es sich deutlicher an. Es tönte wie eine junge Frau die abwechselnd weinte und schrie, als hätte sie unvorstellbare Schmerzen. Zuerst schauderte es ihn nur ein bisschen. Doch dann fürchtete er sich zu Tode. Den plötzlich kam ihm alles wieder so vertraut vor. Dieses Geräusch und diese Stimme. Genau so weinte und schrie die junge Frau die er Vor etwa 10 Jahren vergewaltigt und getötet hatte. Wegen dieser Tat wurde er ja schliesslich zu dem was er heute war, ein Mönch, in der Hoffnung mit sich ins reine zu kommen. Und fast wäre es ihm gelungen diesen Vorfall zu vergessen, bis jetzt. Bruder Klaus lief noch ein Stück den Gang entlang bis er mit dem Fuss gegen etwas stiess. Er sah nach unten auf den Boden und sah dort ein weisses Tuch liegen dass etwas unter sich verbarg. Er bückte sich, griff nach dem Tuch und zog es langsam weg. In seinem innersten wusste er schon was darunter lag. Und genau es war der Körper der jungen Frau der darunter lag. Ihr Gesicht war nichts sagend und ihre Augen waren leer. Bruder Klaus begann zu beten. Er betete fast bis zum Morgen hin. Dann ging er wider in die Küche und machte ein grosses Feuer im Ofen. Er versperrte die Türe von innen. Dann zündete er zum Schluss sich selbst an. Nicht lange und die ganze Küche stank nach verbranntem Stoff und Fleisch. Doch er weinte oder schrie nicht. Er dachte nur : „Es ist meine gerechte Straffe und ich muss sie so tragen wie unser Herr Jesus die seinige getragen hatte. Stumm ohne schreien. Er fragte sich jetzt warum er das alles tat, warum er sich selbst angezündet hatte. Er wusste keine Antwort darauf. Es war wohl der letzte Schritt bei der Reinigung seiner Seele. Er drehte sich noch einmall um, in seinem heissen Feuerkleid und sah eine Gestallt hinter sich. Sie trug eine Mönchskutte. Jetzt streckte sie einen Arm aus und zeigte auf ihn. Aber war es wirklich eine Hand die auf ihn zeigte oder war es mehr eine Klaue. Er sollte es nie erfahren den in diesem Augenblick sackte er zusammen und starb einsam und allein. Die Gestallt in der Kutte kam langsam auf ihn zu. als sie bei ihm war kniete sie sich nieder nahm seinen kopf in ihre Hände und küsste seine verbrannte Stirn. Der Aufstand Am nächsten Morgen, als die Mönche gerade beim beten waren kam Lefüt aus der Küche gerannt und schrie den Tod von Bruder Klaus lauthals heraus. Zuerst wollten es die anderen Mönche gar nicht glauben. Erst als Bruder Benedict sich selbst davon überzeugt hatte und es den anderen sagte glaubten sie es. „Kommt Brüder, wir wollen für Bruder Klaus beten.“ Zuerst blieb es eine Weile still. Dann meldete sich Bruder Johannes zu Wort. „Ich finde das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. Die Mönche sollten jetzt lieber jeder für sich alleine sein um über das Geschehene nachdenken zu können. Vielleicht sollten wir auch gerade noch was essen gehen.“ Die anderen schauten sich um und warteten auf eine Antwort. „ Ich denke du hast wahrscheinlich recht“; meinte Bruder Benedict. Und eine halbe Stunde später sassen sie alle bei Tisch und assen. Lefüt stand derweil in der Küche und lächelte zufrieden vor sich hin. „Esst nur meine Freunde, esst nur. Es freut mich zu sehen dass es euch schmeckt.“ AM nächsten Morgen sassen wieder alle bei Tisch als Bruder Benedict aufstand und sagte: „Meine lieben Brüder ich muss für eine Weile fort. Ich denke es wird etwa einen Monat sein den ich für meine Tätigkeiten beanspruche. Ich verlange von euch Disziplin und Ordnung. Von die, Bruder Stephan erwarte ich einen sauberen Bericht über die Dinge im Kloster während meiner Absenz.“ Ere setzte sich wieder. Obwohl er wusste dass die Dinge die er zu erledigen hatte wichtig waren, hatte er kein gutes Gefühl bei dem Gedanken daran die Mönche so lange alleine zu lassen. Lefüt der alles mitgehört hatte ging wieder zurück in seine Kammer. Er setzte sich aufs Bett und sah hinaus. Draussen stand immer noch der Baum einsam auf dem Hügel. Lefüt sagte leise zu sich selbst: „Bald lieber Benedict wirst du so sein wie dieser Baum alleine, verlassen und einsam. Es wird bald Winter und noch bevor der Baum sein letztes Blatt verliert sollst du schon Tod sein.“ Zwischenspiel Eine Woche später: Bruder Johannes weiss nicht genau wo er ist. Der Ort hier ist so eine Art Keller. Es ist dunkel, modrig und kalt. In diesem Raum hat es nur eine Türe. Er geht darauf zu und rüttelt kurz daran. Nichts, sie ist fest verschlossen. Langsam bekommt er ein ungutes Gefühl das sich schnell zu einer Angst ausweitet. Plötzlich hört man wie sich jemand von aussen an der Tür zu schaffen macht. Dann kommt ein Klickgeräusch. Die Tür geht langsam auf. Zuerst kam noch mehr Kälte rein. Dann brachte die Luft ein Gestank, der nach faulen Eiern richt. Dann kam eine Gestallt rein die einen langen weissen Umhang trug. Das Gesicht blieb Bruder Johannes verborgen da es viel zu dunkel war. Dann begann die Gestallt zu reden und er glaubte er höre nicht recht, sie hatte die Stimme eines Kindes. „Du bist der Auserwählte,“ sagte die Person. Johannes verstand jetzt gar nichts mehr. „Der Auserwählte wozu? Und überhaupt wo bin ich hier?“ Dann herrschte kurze Zeit Schweigen auf beiden Seiten. Dann machte die Gestallt ein paar Schritte auf Johannes zu. Sie streckte ihm die Faust entgegen und öffnete sie. Darin lag ein Ring. Er war schwarz wie die Nacht. Auf der oberen Seite war ein Stein angebracht der Rot war. ein so grelles Rot, dass es einem in den Augen schmerzte wenn man ihn zu lange ansah. Johannes streckte langsam seine Hand nach vorne und ergriff den Ring. Die Gestallt liess ihn gewähren. „Schau dir den Wegweisser ruhig an. Er wird dich wieder auf den alten Weg zurück bringen,“ sagte die Gestallt. Jetzt begriff Johannes gar nicht mehr. „Was für einen alten Weg? Und wer bist du überhaupt?“ Zuerst war es wieder eine Zeit lang still. Dann meinte die Gestallt: „Ich bin, sagen wir mal, ein alter Bekannter unseres Himmelskollegen. Und um deine andere Frage zu beantworten: der Alte Weg ist das woran die Menschen ihren Glauben Verloren haben.“ Johannes war jetzt schon etwas ungeduldig. „Ja das ist ja gut und schön aber was ist es genau dieser alte Weg?“ Die gestallt hob leicht die rechte Hand und sagte: „ Der alte Weg ist die Antwort auf alle deine Fragen, die Erlösung allen Seins.“ Johannes konnte noch immer nicht richtig glauben was er sah. Erfragte noch einmal ganz ruhig : „Wer bist du?“ Die Gestallt meinte: „ Ich bin der den du verachtest doch im tiefsten Innern deines Herzens gar nicht so schlecht findest:“ Johannes sah ihn fragend an. „ Du wirst schon noch darauf kommen,“ sagte die Gestallt. Dann hatte Johannes das Gefühl als ob ihn jemand in einen Abgrund werfen würde. Dann erwachte er schweissgebadet in seinem Bett. Ende Zwischenspiel Er stand auf und dachte sich es wäre das Beste diesen Traum erst mal für sich zu behalten. Er lief runter in die Essensräumlichkeiten. Als sie alle am Tisch sassen roch es bereits wieder lecker aus der Küche nach frischgebackenem Brot. Lefüt servierte ihnen ein gutes und reichhaltiges Mahl. Als sie zu ende gegessen hatten kam Lefüt aus der Küche und bot ihnen noch mehr feines Essen an. Bruder Johannes verneinte dankend. „Tut und leid aber wir müssen jetzt zum Gebet:“ Lefüt setzte einen ganz traurigen Blick auf und meinte: „Ach komm schon jetzt habe ich doch noch einen speziellen Nachtisch gemacht.“ Johannes dachte kurz nach und meinte dann: „Na ja, ich weiss nicht so recht. Wenn jetzt Bruder Benedict hier wäre, wäre er bestimmt nicht einverstanden.“ Lefüt meinte: „Aber der liebe Bruder Benedict ist jetzt nicht hier. Und er wird bestimmt auch nichts erfahren.“ Die Mönche überlegten eine Zeitlang dann sagte Bruder Stephan: „Ich werde es bestimmt nicht in meinem Bericht erwähnen.“ „Na gut, eine Portion mehr kann nicht schaden,“ meinte Bruder Johannes dann nachgebend. Lefüt ging in die Küche und holte dort noch mehr zu essen. Sie assen soviel sie nur konnten. Etwa 2 Stunden später lagen sie alle wieder mit vollen Bäuchen in ihren Betten. Jetzt machte sich bei Johannes erstmals ein schlechtes Gewissen breit. Wäre Benedict jetzt hier würde er einen solchen Lebensstil niemals gutheissen. Aber was soll’s. Es war ja nur heute und er ist ja nicht hier. Als die Mönche am nächsten Morgen in die Essräume kamen staunten sie nicht schlecht als ihre Blicke auf die gedeckte Tafel fiel. Ueberall lag Brot und Fleisch und aus der Küche roch es herrlich nach frischem Tee. Und dann kam auch schon Lefüt aus der Küche mit einem grossen Krug. Die Mönche setzten sich und begannen zu essen. Alles schmeckte so gut als ob es verzaubert wäre. Auch heute gingen sie viel zu spät zum Gebet. Und so verging die Zeit: Tag für Tag und Woche für Woche. Die Mönche wurden immer dekadenter. Als Lefüt eines Morgens aufwachte hatte er so ein komisches Gefühl in der Magengegend. Zuerst hatte er keine Ahnung was es zu bedeuten hatte. Doch dann wusste er es. Er sah aus dem Fenster und tatsächlich, der Baum hatte nur noch drei Blätter. Es wurde Zeit die letzten Vorbereitungen für die Rückkehr Benedicts zu treffen. Er nahm die Kaflanblätter und ging dann in die Küche. Dort angekommen setzte er Wasser auf. Als es heiss war warf er die Blätter hinein. „Es sind zwar nicht viele aber es sollte reichen,“ meinte er. Als das Frühstück fertig war ging er die Mönche Wecken. Sie kamen, einer nach dem anderen. Lefüt brachte das Essen erst als sie alle am Tisch sassen. Kaum waren die ersten Speisen auf dem Tisch begannen sie gierig zu essen. Als sie zu ende gegessen hatten gingen sie beten . danach nahm Lefüt Johannes beiseite. „komm Freund,“ sagte er „ Ich will kurz mit dir reden. Freud oder Feind Sie gingen in Lefüts Kammer. Es war komisch aber das erste was Johannes auffiel war ein einsamer alter Baum auf einem Hügel vor Lefüts Kammer. Der Baum hatte noch genau drei Blätter. „ Was hältst du eigentlich von Benedict?“ fragte Lefüt plötzlich. Johannes überlegte kurz und sagte dann: „Na ja, was soll ich von ihm halten. Er ist nun mal der Obervater unserer Abtei.“ Lefüt sah ihn eingehend an. „Aber nervt es euch den nicht das er immer die Befehle gibt. Ihr müsst immer tun was er will.“ „Na ja;“ meinte Johannes „eigentlich hasst du ja recht, es nervt schon gewaltig immer nach seiner Pfeife tanzen zu müssen:“ Lefüt reichte ihm eine Tasse Tee und als Johannes einen Schluck nahm wurde ihm irgendwie Komisch. Er hatte plötzlich das Gefühl nicht mehr sich selbst zu sein. Lefüt fragte: „Was würdest du davon halten selbst einmal hier die Herrschaft zu übernehmen.“ Johannes schaute zuerst etwas verdutzt drein. Dann meinte er: „Nun es würde mich schon noch reizen. Aber was rede ich den da, Benedict ist und bleibt der Boss.“ Lefüt sah ihn an. Dann begann er zu Lächeln drehte sich um und als er sich zurückdrehte hielt er ein Messer in der Hand. „Tja dem muss nicht so sein. Das lässt sich ändern.“ Jetzt schaute Johannes ihn blöde an. „Mord, nein nicht mit mir;“ sagte er. Johannes steckte das Messer in sein Gewand und drehte sich zum Fenster um. Er sah sich den Baum an. Ein Blatt fiel runter. Jetzt waren es nur noch zwei. Plötzlich begann Lefüt etwas zu sagen. Immer den gleichen Satz immer schneller. Da merkte Johannes das ihm übel wurde. Er stand auf, ging zur Tür und wollte sie öffnen. Doch sie war verschlossen. Langsam drehte er sich um. Am Fenster stand Lefüt. Er lächelte und hielt etwas in der Hand. Dann liess er es fallen. Es war der Zimmerschlüssel. Johannes taumelte auf ihn zu, doch dann fiel er zu Boden. Er kroch weiter. Lefüt bückte sich und nahm den Schlüssel wieder an sich. Dann griff er hinter seinen Rücken und zog Benedicts Kruzifix hervor. Er warf es zur Tür. Johannes lag Jetzt zwischen Lefüt und dem Kruzifix. Lefüt begann wieder zu lächeln. Es war ein verträumtes Lächeln. Dann fragte Lefüt : „Nun mein lieber Freund für wesen Hilfe entscheidest du dich nun?“ Zuerst verstand Johannes die Frage nicht doch dann begriff er sie. Jetzt merkte er erst wer Lefüt wirklich war. Doch er Konnte ja schlecht durch Wände gehen, selbst die Hilfe des Herrn hätte hier nicht viel geholfen. Deshalb kroch er weiter auf Lefüt zu. Als er vor ihm auf dem Boden lag fragte er ihn röchelnd: „Bitte gib mir den Schlüssel ich flehe dich an“. Rettung? Mit einem unheimlichen Knarren öffneten sich die Pforten des Klosters. Mit langsamen Schritten kam Benedict in den Innenhof. Da sie jetzt normalerweise Gebetszeit hatten wollte er die Mönche auch beim beten überraschen das er schon früher als geplant zurück war. Er ging zur Kapelle öffnete sie und trat herein. Doch er staunte nicht schlecht als er diese leer vorfand. Er lief durch das Kloster und war überrascht fast alle Mönche beim Schlafen zu sehen. Benedict wurde ziemlich sauer als e das sah und wollte in den Glockenturm um die Gebetsglocken zu läuten. Als er jetzt an Lefüts Kammer vorbei lief hörte er Stimmen. Die eine war die von Lefüt, die andere konnte er im Moment nicht ausfindig machen. Er versuchte die Tür zu öffnen aber sie war verschlossen. „Hallo, mach auf Lefüt, ich bin s Benedict.“ Die ging auf. Benedict trat ein und staunte nicht schlecht als er Johannes sah der hinter Lefüt stand. Dann sah er auch das Kruzifix aus seiner Kammer auf dem Boden liegen. „Was in Gottes Namen geht hier vor?“ fragte er die beiden. Lefüt war der erste der antwortete: „Na ja es sind hier einige Dinge passiert in der Zeit in der du weg warst“, sagte er. Benedict schaute sich um und sagte dann: „Oh ja das sehe ich. Ich spüre es auch. Eine böse Macht ist hier in diesen heiligen Mauern.“ Dann sah Benedict wie Johannes hinter Lefüt ein Messer nach vorne zog. Dann ging er Langsam von hinten auf Lefüt zu. Johannes wusste nie ob Lefüt ihn an diesem Tag gehört oder nur gerochen hatte auf jeden Fall machte Lefüt einen kleinen Schritt beiseite und stellte Johannes ein Bein als dieser zu rennen begann. Johannes stolperte und fiel vorne raus auf den Boden. Das Messer entglitt seinem Griff und blieb auf dem Boden liegen. Benedict sah Lefüt an dann sagte er: „Ich hätte dich niemals in dieses Haus kommen lassen dürfen.“ Johannes kroch wieder auf das Messer zu. Lefüt sah es und trat vor das Messer. Erst jetzt merkte Johannes, ass Lefüt ihm schon wieder den Weg abschnitt. Dan begann er zu beten: „Im Namen des Vaters des Sohnes und des heiligen Geistes, beschütze mich.“ Diesen Satz wiederholte er wieder und wurde immer schneller. Nach einer gewissen Zeit begann es Lefüt zu nerven. Er ging zu Johannes hin bückte sich nahm das Messer und rammte es Johannes in der Kopf, genau zwischen die Augen. Johannes rollet noch kurz mit den Augen und röchelte noch etwas. Dann fiel er hin und blieb bewegungslos liegen, ausser seiner Finger die noch ein bisschen vor sich hin zuckten. Benedict war sprachlos. er sah zu Lefüt der wieder sein Lächeln aufgesetzt hatte. „Was zur Hölle bist du?“ fragte er. Lefüt sah nach draussen. Es hatte zu winden begonnen. Gottes Wege sind unergründlich Lefüt drehte sich wieder zu Benedict um und sah ihm direkt in die Augen. In seinen Augen sah er Trauer und Wut. Es erfreute ihn zutiefst. In Lefüts Augen sah Benedict nur tiefe Leere. In Lefüts Kammer war jetzt eine unheimliche Stille eingekehrt. Dann fragte Lefüt auf einmal: „Wo warst du Benedict? Wo warst du als deine Brüder dich gebraucht hätten.“ Benedict erschrak den einerseits hatte Lefüt recht. Er wusste dass etwas schlimmes passieren würde und trotzdem ist er weggegangen und überliess seine Brüder ihrem Schicksal. Erst jetzt wurde ihm klar das er einen grossen Fehler gemacht hatte. Benedict lief zur Tür und hob das Kruzifix auf. Dann lief er auf Lefüt zu. Lefüt fragte sich was er wohl jetzt wieder vorhabe. Benedict blieb vor ihm stehen und sah ihm nochmals tief in die Augen, dann sagte er: „Fahr zur Hölle da wo du herkommst.“ Dann rammte er Lefüt das Kruzifix in das Herz. Lefüt schrie auf und Benedict freuet sich. Plötzlich fiel ihm auf dass sich diese Schrei nicht nach Schmerz oder Niederlage anhörten. Es tönte eher als ob Lefüt ihn auslachen würde. Und auf einmal war es kein Schreien mehr sondern wirklich ein Lachen. Jetzt bekam Benedict wirklich Angst. Lefüts Lachen wurde immer lauter bis es im Raum widerhallte. Benedict spürte wie ihn etwas am Kopf traf. Er sah nach oben. Staub und kleine Steinchen fielen herab. Diese kleinen Steinchen wurden zu seinem Entsetzen immer grösser. Er sah noch einmal zu Lefüt rüber aber was dort stand hatte nichts mehr mit einem Koch gemeinsam. Er sah Lefüts feuerrote Augen. Sie waren ruhig und gelassen. Plötzlich wurde seine Hand gefasst von Lefüt und an seine Stirn gehalten. Lefüt sagte : „Der Tod wird kommen und keiner weiss wann!“ Dann wurde Benedict von einem grossen Stein am Hinterkopf getroffen und es wurde ihm schwarz vor Augen. Abschied oder Neuanfang? Der Mond stand hell am Himmel. Die Nacht war sehr kalt. Der Wolf der schon einige Zeit auf dem Hügel stand lief nun runter zur frischen Klosterruine. Er sah sich um und wühlte ein bisschen in der Erde rum. ALs er wieder aufschaute sah er etwas weiter drüben etwas glänzendes. Er lief hin und fand ein goldenes Kreuz mit einem Mann darauf. Gerade als er es in die Schnauze nahm gab es einen Windstoss. Der Wolf sah zum Hügel hinüber. Dort sah er einen einsamen Baum der gerade sein letztes Blatt verloren hatte. Der Winter kam. Der Wolf lief mit dem Kreuz in der Schnauze davon. Dann schob sich eine dunkle Wolke vor den Mond und die Nacht wurde Schwarz. |
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